Kölner Kammerorchester

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Date: 16.01.2018

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Viel Freude mit Bach und seinen Söhnen

"Mit Bach ins neue Jahr" strebte das Kölner Kammerorchester beim Sonderkonzert in der Philharmonie. Man war sogar gleich mit drei "Bächen" unterwegs: Neben Vater Johann Sebastian nannte das umfangreiche Programm auch die Söhne Johann Christian und Carl Philipp Emanuel. Dazu hatte sich ein Kreis exzellenter Solisten versammelt, dem neben dem britischen Geiger Thomas Gould ( als leitendem Konzertmeister) auch Spitzenkräfte der Kölner Orchester- und Hochschulszene angehörten: Matthias Buchholz (Viola), Tom Owen (Oboe) und Oren Shevlin (Violoncello).

Thomas Gould lenkte das bestens aufgelegte Ensemble im Fahrwasser der historischen Aufführungspraxis. Man musizierte im Stehen, unter weitgehendem Vibrato-Verzicht, mit lustvoll zugespitzten Akzenten und Crescendo-Raketen.

Das Kölner Kammerorchester ließ sich gleichwohl seinen langjährig gereiften, beseelt-entspannten Bach-Klang nicht nehmen. Im Brandenburgischen Konzert Nr. 6 waren kammermusikalische Transparenz und konzertante Reibungsenergie überzeugend ausbalanciert; das Doppelkonzert für Violine und Oboe wurde durch die vitale Klangrede der beiden Solisten beatmet und belebt. Die zügigen Tempi der C-Dur Ouvertüre ließen noch genügend Raum für flexibel geformte Nahtstellen und Entspannungspunkte.

Bei den Werken der Söhne waren Gangart und Tonfall merklich rauer, was aufgrund der "Sturm und Drang"-Stilistik der Musik fraglos nahelag. Den stärksten Eindruck hinterließ hier Carl Philipp Emanuel Bachs Cellokonzert A-Dur Wq 172, dem Oren Shevlin eine reich durchgefärbte, die romantische Kantilenenkunst vorwegnehmende Stimme gab - das überzeugte in sich absolut, passte aber nicht recht zur Spielweise des Orchesters.

( Stefan Rütter) Kölner Stadt Anzeiger vom 15. Januar 2018